Beteiligungsgerechtigkeit für Senioren

PC Kurse im Seniorenzentrum Ratingen Ost

Einen organisatorisch bedingten Wechsel von Dozenten bei PC-Kursen für Senioren im Seniorenzentrum Ratingen Ost  als Pädagogik zu verkaufen, ist schon ein starkes Stück der VHS.

Jeder, der schon einmal Stundenpläne gemacht hat, weiß, dass der Einsatz von Personal zwangsweise in erster Linie von Zeit-und Raumkapazitäten abhängt.

Die sogenannte Pädagogik ist da eine platte Umdeutung der Zwänge.

Was die scheinbar schädliche „ Fixierung auf einen Dozenten“ ( gibt es bei der VHS nur Männer?)angeht, hat die VHS wohl nicht begriffen, welche Hürde es für Menschen bedeutet, sich mit  dieser Technik vertraut zu machen., die nicht zur „ native Computergeneration“ gehören.

Das gilt nicht nur für Senioren. Wie viele von uns  haben einen steinigen Weg hinter sich, begleitet von ohnmächtiger Wut, Verzweiflung über die vermutete eigene Dummheit und den Hass auf Hersteller, deren behauptete   Benutzerfreundlichkeit ihrer Produkte wie eine Verhöhnung der Kunden klingt.

Wenn man nicht eine ganze Generation von der digitalen Welt abschneiden will,

dann muss es ein Angebot geben, das auf die individuellen Bedürfnisse und Ängste dieser Menschen eingeht.

Das muss das oberste Ziel sein. Alles, was an angeblichem Wettbewerbsrecht, an  Gebührenfragen, an Konkurrenzängsten dem entgegensteht, ist dieser ungemein wichtigen Beteiligungsgerechtigkeit unterzuordnen.

Die Ü-60 Generation wird sich nicht abschreiben lassen.

Früher haben wir selbstverwaltete Kinderläden, dann selbstverwaltete Jugendzentren gegründet.

Es scheint an der Zeit, selbstverwaltete Seniorenzentren zu gründen!

Ich wünsche allen Entscheidungsträgern aus der Verwaltung ein selbstbestimmtes Altern.

 

Mareike Wingerath

(Vorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen, Ratingen)

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