Grüne: Kein Gewerbegebiet im Landschaftsschutzgebiet am Lintorfer Weg

Edeltraud Bell

Edeltraud Bell

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen spricht sich entschieden gegen die von der Verwaltung vorgeschlagene Ausweisung einer Fläche von ca. 7 ha westlich des Lintorfer Weges in Breitscheid als Gewerbegebiet aus. Die Verwaltung hat vorbehaltlich der Zustimmung der politischen Gremien diese Fläche wie auch eine Fläche von 5 ha östlich des Lintorfer Wegs bei der Bezirksregierung als Gewerbeflächenstandort für den Regionalplan-Entwurf angemeldet.

Die Fläche westlich des Lintorfer Wegs ist als Freiraum- und Agrarbereich und als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen und liegt im Wasserschutzgebiet. Es schließen sich die Duisburger Wälder an, also der Übergang in die freie Landschaft. „Wenn hier Gewerbe hinkommt, ist früher oder später mit Arrondierung zu rechnen. Und vor Wald macht auch niemand mehr Halt, wie die Rodung auf dem INTOCAST-Gelände zeigt.“ So Edeltraud Bell, sachkundige Bürgerin aus Lintorf im Stadtentwicklungsausschuss. Zudem befindet sich in geringer Entfernung vom Lintorfer Weg das historische Haus Hülchrath, das als Reiterhof genutzt wird. Schon von der Autobahnnähe belastet, verträgt das von Pferdeweiden umgebene idyllische Anwesen keine angrenzende Gewerbebebauung.

Thomas Pokladek

Thomas Pokladek

Thomas Pokladek, sachkundiger Bürger im Bezirksausschuss Lintorf/Breitscheid, sieht zudem eine weitere Zuspitzung der Verkehrsproblematik im Lintorfer Norden: „Wenn noch mehr Gewerbe an den Breitscheider Weg kommt, wird die Belastung der Wohngebiete im Lintorfer Norden weiter zunehmen, da die Laster aus Richtung Westen von der A 524 kommend den direkten Weg von der Ausfahrt Lintorf über die Brandsheide nehmen werden.“ Aus den genannten Gründen lehnen die Ratinger Grünen die Versiegelung dieses wertvollen und schützenswerten Landschaftsteils ab und betrachten den Lintorfer Weg als Siedlungsgrenze in Richtung Westen.

Die kleinere Fläche östlich des Lintorfer Weges dagegen ist durch die Ansiedlung der Kompostierungsanlage vorbelastet und von allen Seiten von Verkehrsflächen umschlossen. „Diese Fläche können wir uns als Gewerbegebiet vorstellen,“ so Edeltraud Bell. „Sie wäre ideal für die Ansiedlung des städtischen Wertstoffhofs, für den zur Zeit eine geeignete Fläche gesucht wird. Somit hätten die Bürger eine Adresse für die Entsorgung von Grünabfällen und von Wertstoffen.“

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