Kein Rassismus in Ratingen!

Die GRÜNEN aus Ratingen haben am Donnerstag, dem 25.06.2020, zu einer Videokonferenz zum Thema „Rassismus in Ratingen?!“ eingeladen. Siebzehn Menschen haben die Einladung angenommen, darunter Parteimitglieder, wie der GRÜNE Bürgermeisterkandidat Martin Tönnes, aber auch viele Menschen mit Migrationshintergrund. „Wo gibt es Rassismus in Ratingen konkret?“, wollte Moderator Piet Hülsmann wissen. „Rassismus passiert täglich und das ist unerträglich“, meinte Elizabeth Yeboah, Ratsfrau der Grünen. Sie berichte von einem Erlebnis bei der Ausländerbehörde. Bei ihrer Flucht aus Kamerun vor 20 Jahren musste sie ihren Sohn zurücklassen. In Deutschland wollte sie ihr Kind schließlich zu sich holen. Eine Frau von der Ausländerbehörde, so berichtet die Ratsfrau, habe ihr damals ihr Recht verwehren wollen, sogar darauf gepocht, dass man den Sohn zurücklassen solle, damit er hier nicht zur Last falle. Auch andere Teilnehmer der Videokonferenz berichteten von ihren Erfahrungen bei Behörden und Polizei. Eine Krankenschwester mit dunkler Haut erzählte, dass sich einige kein Blut von ihr abnehmen ließen. „Wir erleben das jede Sekunde, jeden Tag, in jedem Bereich,“ so eine Teilnehmerin. Es würde auch unwillkürlich und unbewusst Rassismus betrieben, z.B. wenn der Satz „Sie sprechen aber gut Deutsch „, fiele. Das impliziert nämlich, dass dies bei farbigen Menschen grundsätzlich nicht so sei, auch wenn sie hier geboren und aufgewachsen sind. Austausch sei ein Mittel, um Vorurteilen entgegenzuwirken, da war sich die Runde einig. Ein Ansatz, meinte Annabell Fugmann von den Grünen, sei es, auch in der Verwaltung bewusst mehr Menschen mit Migrationshintergrund einzustellen. Eine andere Möglichkeit sei der Lehrplan in Schulen, hieß es aus der Runde: Die Kolonialzeit müsse im Geschichtsunterricht durchgenommen sowie allgemein aufgeklärt werden. Die Grünen wollen mehr tun: „Wir beantragen eine Antidiskriminierungsstelle in der Ratinger Verwaltung“, berichtete Piet Hülsmann. Dies sei zwar nur ein Anfang, aber mit Sicherheit noch nicht das Ende bei der Unterstützung der Grünen in diesem Thema. Martin Tönnes: „Der regelmäßige Austausch miteinander ist wichtig. Wir werden ihn weiter vorantreiben.“  

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