Parken in Ratingen: Debatte über angeblichen Parkplatzmangel schadet der Stadt

„Wir haben in der Stadt im Prinzip ausreichend Parkplätze“, sagt Susanne Stocks, die grüne Fraktionsvorsitzende. „Keine Stadt der Welt hält Parkplatzkapazitäten für jeglich denkbare Spitzennachfrage bereit, die Kosten würde jede Stadt überfordern. Die Attraktivität einer Stadt wird auch nicht vom Parkplatzangebot sondern  vor allem von einem attraktiven Mix an Einzelhandel, Gastronomie und Aufenthaltsqualität bestimmt.“

Allerdings gebe es Raum für Verbesserungen, meint Hermann Pöhling, grünes Ratsmitglied und Vorsitzender des Stadtentwicklungs- und Umweltausschusses. „Wenn berufstätige Dauermieter von außerhalb ihre Parkplätze nur montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr benötigen, warum bietet man ihnen keine passenden Verträge für genau diesen Zeitraum an? Warum müssen sie samstags und abends ungewollt Parkplätze blockieren? Hier begrüßen wir die Anregungen des Beigeordneten Klaus Pesch zu einer bedarfsgerechteren Ausgestaltung der Verträge für Dauermieter.“

Im sog. Ärzteparkhaus an der Mülheimer Straße, nur 300m von der Fußgängerzone entfernt, finde man sowieso immer einen Platz, behaupten die Grünen. Hier könnte über Anreize nachgedacht werden, dass dieses Parkhaus besser genutzt wird, z.B. ein kostenloses Getränk in der Ratinger Innenstadtgastronomie auf die Parkkarte oder Rabatt bei der DumeklemmerCard.

Darüberhinaus sind die Grünen davon überzeugt, dass der Ratinger Einzelhandel nicht an der Parkplatzsituation leide, sondern am Branchenmix. Apotheken und Handy-Läden seien halt keine Publikumsmagneten! Hier sollten die Immobilienbesitzer darüber nachdenken, ob das Schielen auf immer höhere Mieteinnahmen für Ladenlokale nicht langfristig der Ratinger Innenstadt den Garaus mache. Wenn in jeder Stadt die gleichen Ketten zu finden sind, warum sollen die Menschen denn dann nach Ratingen fahren?

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