Wir gehen miteinander – füreinander

Sonntag, 18.01.2015 um 19.00 Uhr, Marktplatz

Aufruf evangelischer und katholischer Kirchen, der islamischen Gemeinden, der alevitischen Gemeinde und des jüdischen Kulturvereins gemeinsam mit den Bürgermeistern und den Mitgliedern des Rates der Stadt Ratingen für ein deutliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und für ein offenes Miteinander.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

uns als Vertreter verschiedener Religionen eint die Erfahrung, von Gott angenommen zu sein. Diese Erfahrung macht Mut sich in und für die Welt zu engagieren, unseren Nächsten anzunehmen, und uns von unserem Nächsten annehmen zu lassen. Sie gibt Halt, Kraft und Mut für das Miteinander von Menschen unterschiedlichen Glaubens und unterschiedlicher Kulturen.
Das ist uns vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in Frankreich ein ganz besonderes Anliegen. Die terroristischen Anschläge dort haben offensichtlich einen fanatischen Hintergrund.
Wir trauern um die Opfer. Unser Mitgefühl gilt ihren Familien. Wir akzeptieren nicht, dass Menschen wegen der Freiheit der Meinungsäußerung und der Religionsausübung getötet werden.

Das macht vielen Menschen in Deutschland Angst. So gibt es leider Tendenzen, den Islam unter Generalverdacht zu stellen. Dem treten wir ganz entschieden entgegen.
Wir fühlen uns untereinander freundschaftlich verbunden. Seit vielen Jahren pflegen wir in Ratingen den interreligiösen Dialog zwischen den Kirchen, den Moscheevereinen, der alevitischen Gemeinde und dem jüdischen Kulturverein.

Natürlich gibt es Unterschiede im Glauben und der Weltsicht. Aber das darf und soll auch so sein.
Darum hören wir einander zu, lernen voneinander und leben miteinander. Schließlich geht es uns Menschen unterschiedlichen Glaubens doch in erster Linie darum, wie wir gut und in Frieden, Freiheit und Toleranz miteinander leben können.
Schon seit langem sind aus vielen Nachbarn unterschiedlichen Glaubens Freunde geworden.

Dass wir einander annehmen, gilt auch für die vielen Flüchtlinge, die zu uns kommen, weil sie anderswo nicht so sein, leben und glauben konnten, wie sie sind. Alle sollen wir annehmen als Menschen.

Damit das gelingt, braucht es Zeichen und Initiativen von uns.
Deshalb rufen wir alle Mitglieder unserer Religionen, aller Ratinger Parteien, Verbände, Vereine, Bürgerinnen und Bürger auf, am kommenden Sonntag, den 18. Jan. 2015, an einer Kundgebung gegen Fremdenfeindlichkeit und für ein offenes Miteinander teilzunehmen. Unter dem Motto

„Wir gehen miteinander – füreinander“

beginnen wir um 19 Uhr auf dem Marktplatz bei der katholischen Kirche Peter und Paul in Ratingen Mitte.
Von dort aus wollen wir gemeinsam zur Moschee am Westbahnhof gehen. Auf dem Weg dorthin werden wir auch den alten jüdischen Friedhof an der Werdener Straße passieren.

Bitte gehen Sie mit und setzen Sie so ein deutliches Zeichen in Ratingen gegen Fremdenfeindlichkeit.
Wir wollen in unserer Stadt, die geprägt ist von Toleranz, Freiheit und Nächstenliebe, mit allen Menschen friedlich zusammenleben.

Noch eine Bitte: bringen Sie Kerzen, Lichter oder Laternen mit.
Bitte allerdings keine Fackeln, denn diese wecken immer noch Erinnerungen an ungute Zeit in Deutschland.

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