Schulsozialarbeit erhalten und fortführen

 

Barbara Esser

Im Rahmen der Ausgestaltung des „Bildungs-und Teilhabepakets (BuT) haben Bund und Länder vereinbart, dass zunächst befristet bis zum 31.12.2013 aus Bundesmitteln auch Schulsozialarbeit finanziert wird.
Barbara Esser, schulpolitische Sprecherin: „Nach dem bisherigen Stand läuft die Finanzierung der Schulsozialarbeit zum Jahresende aus. Ab dem 01.01.2014 wären somit Schülerinnen und Schüler von 24 Ratinger Schulen nicht mehr entsprechend betreut.“ Zudem sind sechs Mitarbeiterinnen der Schulsozialarbeit betroffen. „Vor diesem Hintergrund,“ so Barbara Esser weiter, „schlagen wir dem Rat der Stadt Ratingen eine Resolution des Rats an alle Landtags- und Bundestagsabgeordneten vor, mit dem Ziel, die Weiterführung dieser wichtigen Arbeit ab 2014 sicher zu stellen.“

 

Der Antrag zur Resolution lautet:

 

 

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

 

für die Sitzung des Rats am 09.07.2013stellen wir folgenden Antrag:

 

Der Rat der Stadt Ratingen beschließt folgende Resolution:

 

Ergänzendzum Bildungs‐ und Erziehungsauftrag der Schule leistet Schulsozialarbeit eine wertvolle Unterstützungbedürftiger Kinder und Jugendlicher und hat positive Auswirkungen auf das Schulleben insgesamt. Ihr Angebot ist niederschwellig, da es für Kinder und Jugendliche im Schulalltag gegenwärtig und direkt zu erreichen ist.
Schulsozialarbeiter und –sozialarbeiterinnen schaffen Vertrauen und gehen auf Kinder und Jugendliche zu. Probleme werden auch durch eine veränderte Zusammenarbeit mit den Eltern früher erkannt. Hilfe kann schnell und bedarfsgerecht organisiert werden. Die Vermittlung von Leistungen aus dem Bildungs‐ und Teilhabepaket kann gewährleistet werden, u.a. durch Beratung der Träger aber auch durch Gewinnung von mitwirkenden Vereinen und weiteren Partnern.
Entsprechend zielgruppenorientiert ist die Schulsozialarbeit dabei ausgerichtet. Sie richtet sich dabei zunehmend sozialräumlich aus. Mit ihr werden soziale Benachteiligungen ausgeglichen und individuelle Problemlagen besser bewältigt. Für den gelingenden Übergang von der Schule in den Beruf ist zudem Schulsozialarbeit ein wichtiger, unverzichtbarer Baustein.
Die über das SGB II geförderte Schulsozialarbeit, durch den Bund im Rahmen der Bundesbeteiligung an den Kosten für Unterkunft und Heizung der kommunalen Grundsicherungsträger finanziert, leistet einen wertvollen und wesentlichen Beitrag zur Gewährleistung von Bildung und Teilhabe und muss über den 31.12.2013 hinaus fortgeführt werden. Zur Weiterfinanzierung von Sozialarbeit ist eine Entfristung der Bundesfinanzierung erforderlich. Ziel muss es sein, auch nach dem Jahr 2013 sicherzustellen, dass für alle bedürftigen Kinder und Jugendlichen eine angemessene Teilhabe am gesellschaftlichen und soziokulturellen Leben erreichbar wird.

 

In Ratingen sind sechs Sozialarbeiterinnen auf 5,4 Stellen in der Schulsozialarbeit wie folgt tätig:
2 Stellen für dreizehn Grundschulen sowie alle Kitas
4 Stellen für elf weiterführende Schulen sowie Jugendzentrum West und Stadtteilbüro.
Die in Ratingen aus Bundesmitteln finanzierten sechs Sozialarbeiterinnen müssen auch weiterhin ihre sinnvolle Arbeit fortsetzen können.
Deshalb fordert der Rat der Stadt Ratingen die Bundestagsabgeordneten in der Region und die Landesregierung dazu auf, sich dafür einzusetzen, dass die Schulsozialarbeit nach SGB II auch über 2013 hinaus erhalten bleibt und weiterhin aus Bundesmitteln finanziert wird.



 

 

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