Am Donnerstag soll im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt, Klimaschutz, Klimafolgenanpassung und Mobilität die Fortschreibung des Ratinger Klimaschutzkonzeptes verabschiedet werden. Die GRÜNEN Ratingen begrüßen, dass die Stadtverwaltung ein Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungskonzept in aktualisierter Form vorlegt, wünschen sich aber höhere Verbindlichkeiten.
„Es gibt wohl keinen passenderen Zeitraum, um das neue Klimaschutz- und Klimafolgenanpassungskonzept vorzulegen. Spätestens nach der extremen Hitzewelle der letzten Woche muss jeder verstanden haben, dass dieses nicht „nice to have“ ist, sondern ein dringend notwendiges Instrument für eine zukunftsfähige Stadtentwicklung“, sagt Julia Merkelbach, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN Ratingen.
Die wissenschaftlichen Erhebungen im Rahmen des Konzeptes zeigen, dass in Ratingen noch deutliche Potentiale im Bereich der CO2-Einsparungen zu heben sind. „Mit dem aktuellen Tempo und mit den aufgeführten Maßnahmen wird Ratingen die Ziele der Bundesregierung voraussichtlich nicht erreichen“, betont Edeltraud Bell, Ratsfrau und Sprecherin für Umwelt und Klima. „Wir brauchen deshalb direkt einen verbindlichen Beschluss zur Fortschreibung und Umsetzung des Konzeptes mit deutlich mehr Nachdruck.“
Mehr Verbindlichkeit – mit konkreten Terminen und Fortschreibungsrhythmus
Die GRÜNEN wollen deshalb im weiteren Verfahren vor allem zwei Dinge durchsetzen: Konkrete Termine für die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen sowie einen verbindlichen Fortschreibungsrhythmus. „Erst 2021 hat der Rat den Beschluss gefasst, das alte Klimaschutzkonzept aus 2017 fortzuschreiben. Weitere fünf Jahre hat es gedauert, bis wir die Aktualisierung nun beschließen können. Das macht klar: Ab sofort muss es verbindliches Monitoring und eine regelmäßige Fortschreibung geben“, so Merkelbach.
Klimaschutz und Klimafolgenanpassung – darum geht’s:
Das Ratinger Konzept greift der kommenden Pflicht für NRW-Kommunen zur Entwicklung eines Klimafolgenanpassungskonzeptes vor und integriert dieses in das Klimaschutzkonzept. Grundsätzlich verfolgen die Konzepte die Linie nationaler und internationaler Zielsetzungen, die Treibhausgasneutralität bis spätestens 2045 zu erreichen. Das Konzept benennt drei Handlungsfelder im Klimaschutz: Mobilität, Erneuerbare Energien und Effizienzsteigerung sowie zwei Handlungsfelder in der Klimafolgenanpassung: Hochwasser- und Starkregenvorsorge und Hitzeprävention.
Die GRÜNEN machen im Klimaschutz vor allem den Handlungsdruck im Bereich Mobilität und erneuerbare Energien deutlich. „Ratingen setzt beim Thema Strom und Wärme nach wie vor zu stark auf fossile Energien. Bei den Erneuerbaren Energien liegen wir weit unter dem Bundesdurchschnitt. Dabei sind die Potentiale in Ratingen groß“, sagt Edeltraud Bell. „Die Herausforderung ist, dass wir jetzt schnell sogenannte Low-Hanging-Fruits für erkennbare, kurzfristige Erfolge ernten müssen und zeitgleich unsere Energie in die Umsetzung der großen Strategien stecken müssen.“
Konkret haben die GRÜNEN bei den kurzfristigen Maßnahmen im Bereich Klimaschutz die konsequente Nachrüstung von Photovoltaikanlagen auf städtischen Gebäuden sowie die Entwicklung des Mobilitäts- und Parkraumbewirtschaftungskonzepts im Sinn.
Klimafolgenanpassung: Wirkung direkt spürbar
Für die GRÜNEN ist die Klimafolgenanpassung besonders relevant. „Gerade im Umgang mit Hitze, Starkregen und Hochwasser geht es um Lebensqualität – und um Schutz. Hier muss es jetzt deutlich verbindlicher und schneller gehen, damit die Ratingerinnen und Ratinger zeitnah konkrete Verbesserungen im Alltag vor Ort spüren“, fasst Merkelbach die Position der GRÜNEN zusammen. Die nächste Hitzewelle kommt bestimmt.