Nach Haushaltsverabschiedung: Mehr Chancen für ein nachhaltiges und lebenswertes Ratingen



Fraktionsvorsitzende Ute Meier, Stellvertreterin Julia Merkelbach, Sascha Buselmeier, Bernd Schultz, Elizabeth Yeboah, Jörn Morgenroth, Barbara Esser, Edeltraud Bell, Benjamin Bernau (v.l.n.r.). Nicht im Bild: Andrea Kornak.

Der Rat der Stadt Ratingen hat letzte Woche den Doppelhaushalt für die Jahre 2026/2027 verabschiedet. Die Fraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN blickt grundsätzlich positiv auf die Haushaltsberatungen und die dort verabschiedeten Beschlüsse zurück. Aus Sicht der GRÜNEN spiegeln sich im Doppelhaushalt einige Anträge und Initiativen der grünen Fraktion wider, die gezielt Klimaschutz, Klimafolgenanpassung, Lebensqualität und nachhaltige Mobilität stärken sollen.



Der beschlossene Haushalt enthält unter anderem finanzielle Mittel für die Sanierung und Optimierung des Radwegenetzes, wobei diese Mittel auf Initiative der grünen Fraktion unabhängig von allgemeinen Straßensanierungen bereitgestellt werden. Hier soll es vor allem um akut sanierungsbedürftige Radwege und punktuelle Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs gehen. Auch werden ab sofort niedrigschwellige Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung in Kitas, Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen finanziert, darunter Trinkbrunnen, Begrünung und Verschattungen. Zusätzlich sieht der Haushalt Investitionen in die energetische Sanierung städtischer Gebäude vor, um langfristig Betriebskosten zu senken und den CO2-Ausstoß zu reduzieren. 



Die GRÜNEN verfolgen außerdem die Umgestaltung und Entsiegelung von Schulhöfen an Ratinger Schulen: Mehr Grünflächen, Schulgärten und biodiversitätsfördernde Maßnahmen statt komplett asphaltierter Flächen sollen die Lernumgebung verbessern und städtische Hitzeinseln abschwächen. 



„Der Haushalt ist ein klarer Ausdruck unseres Engagements für mehr Klimaschutz und nachhaltige Mobilität in Ratingen. Durch gezielte Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Klimafolgenanpassung schaffen wir die Grundlagen für eine nachhaltige Zukunft in einer lebenswerten Stadt“, erklärt Ute Meier, Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Ratinger Stadtrat.



Ein bitterer Beigeschmack bleibt für die GRÜNEN dennoch. „Auch wenn wir uns freuen, dass unsere Themen wie Klimaschutz und nachhaltige Mobilität stärker als in vergangenen Jahren in den Haushalt eingeflossen sind, bedauern wir es sehr, dass im sozialen Bereich viele Maßnahmen auf der Strecke geblieben sind“, kritisiert die stellvertretende grüne Fraktionsvorsitzende Julia Merkelbach. „Als Beispiel ist die abgelehnte Mittelbereitstellung für Deutschkurse der VHS zu nennen, die bereits vom Bund nicht mehr finanziert werden. Das ist ein fatales Signal der Stadt Ratingen an Menschen, die alles für eine gelungene Integration in Gesellschaft und Arbeitsmarkt tun wollen, aber nun mangels finanzieller Möglichkeiten keine Sprachkurse mehr besuchen können.“