Antrag Kunsthallen

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

für die Sitzung des Kulturausschusses am 10.06.2021 beantragen wir den Tagesordnungspunkt Kunsthallen mit folgendem Beschlussvorschlag:

Die Verwaltung wird gebeten zu prüfen, welches Gebäude innerhalb Ratingens geeignet und käuflich erwerbbar oder langfristig mietbar ist, um es an Ratinger Künstler*innen kostengünstig (weiter-) zu vermieten, damit sich eine alternative Kunst- und Kulturszene entwickeln und ansiedeln kann.

Begründung:

Am 27.09.2020 fand in der Sheddachhalle in Ratingen Ost in Kooperation mit dem Kunstverein Ratinger Maler e.V. die Vernissage der neuen Ausstellung sowie die erste Theaterproduktion des neu gegründeten `Kleines Theater Nebenan´ statt, bei der ausschließlich Ratinger Malerinnen, Schauspieler*innen und Theatermacher*innen beteiligt waren.
Hier hat sich in Ratingen neben vielen anderen Kunst- und Kulturprojekten etwas entwickelt, was Unterstützung von der Stadt erfahren muss. Viele bildende und darstellende Künstler*innen in Ratingen suchen feste Räumlichkeiten zur langfristigen Nutzung und Entwicklung. Gebraucht werden Arbeitsateliers, Werkstätten, Probe-, Ausstellungs- und Aufführungs-Räume für Malerei, Bildhauerei, Musik, Theater und Tanz.

In vielen anderen Städten in NRW gibt es solche Kulturzentren, vornehmlich in alten Gewerbe und Industriehallen, so z.B. in Krefeld, Werne oder Schwelm. Sie zeichnen sich nicht nur durch reges Publikumsinteresse aus, sondern bieten ein breites Angebot für lokale Kunst- und Kulturschaffende und darüber hinaus eine Strahlkraft über die Stadtgrenzen hinaus. Das Ratinger Stadttheater stellt zur Zeit den kulturellen Mittelpunkt im Bereich darstellende Kunst dar, das Ratinger Museum den Mittelpunkt im Bereich bildende Kunst. Beide Institutionen dienen hauptsächlich überregionalen und langjährig etablierten Künstler*innen, sind Präsentationsorte bereits anderswo entstandener Produktionen und Projekte.
Ergänzend hierzu wollen wir einen Kulturraum für Ratinger Künstler*innen verschiedenster Gewerke schaffen, der ihnen Arbeits-, Ausstellungs- und Aufführungsräume bietet, damit ein übergreifendes autonomes Kulturzentrum in Ratingen und der ganzen Region entsteht.

Der gerade neugegründete Verein ART.ig bündelt die Interessen der lokalen Künstler*innen in Ratingen und würde als Mieter zur Verfügung stehen. Gleiches kann man für den Verein Ratinger Maler e.V. sagen sowie für zahlreiche einzelne Künstler*innen aus Ratingen und Umgebung. Auch der Kulturkreis Hösel e.V. sucht eine weitere Örtlichkeit für Konzerte und Veranstaltungen.

Gleichzeitig würde ein solches Kulturzentrum die Möglichkeit eröffnen, durch Konzerte, Partys, Messen, Ausstellungen und Theater- und Bühnenproduktionen auswärtiger Künstler*innen jenseits der etablierten Stadttheaterproduktionen ein zusätzliches kulturelles Angebot zu schaffen.

Mit einem solchen Kunst- und Kulturzentrum entsteht für Ratingen die Chance neben den benachbarten Großstädten, eigene kreative Werke aus Ratingen selbst heraus entstehen zu lassen. Dies würde den Wohn- und Wirtschaftsraum Ratingen lokal und überregional sowohl künstlerisch als auch (kreativ-)wirtschaftlich aufwerten.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Otto, Fraktionsvorsitzender
Barbara Esser, Kulturpolitische Sprecherin
Michael Schäfer, Sachkundiger Bürger

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